Dienstag, 29. November 2011

Ein besonderes Wochenende

..liegt hinter uns. Seit wir hier sind haben wir schon ein paar Mal mitbekommen, das Beerdigungen etwas anders abgehalten werden als bei uns. Die ersten Male war es für uns auch ziemlich befremdlich zu sehen, wie hier wirklich gefeiert wird. Nicht das derjenige gestorben ist, sondern vielmehr aus Dankbarkeit für das Leben das derjenige hatte und den Segen den er für andere gewesen ist.

Auf unsere Nachfrage ob es immer so gefeiert, getanzt und gesungen wird kam nur die Antwort: Na klar, wir feiern ..vor allem bei den richtig alten Leuten. Wir sind bloß traurig wenn es jemand Junges ist. Inzwischen ist für uns die ganze Art des Beerdigung feierns nicht mehr so befremdend. Deshalb war es für uns an diesem Wochenende sehr nützlich schon ein Weilchen hier zu sein um auch an all dem teilhaben zu können.

Denn letztes Wochenende war die Beerdigungsfeier von einem angesehenen Mann, der im Alter von 91 Jahren gestorben ist. Er hatte viel Einfluss und Ansehen in Politik und Alltagsleben und ein solches Leben wird eben auch entsprechend gewürdigt.

Die Feier begann am Freitag Nachmittag und endete mit einem Gottesdienst am Sonntag. Von überall her kamen Leute nach Nakpanduri und bei der Hauptveranstaltung am Samstag waren sicher 600-700 Leute anwesend. Es war ein Gottesdienst mit Musik, Tanz, Predigt und Gedenken der verstorbenen Person. Auch wir waren mit dabei und durften Teil der Feierlichkeiten sein.

Am abend zuvor war es dann auch Zeit, zum ersten Mal beim traditionellen tanzen mitzumachen. Ein bisschen hatten wir vorher schon geübt, weil wir wussten der Tag wird kommen an dem wir auch mittanzen sollen und wollen und fürs erste Mal haben wir uns glaube ich nicht so schlecht angestellt. Natürlich ist es schon komisch, wenn man tanzt wie man noch nie zuvor in seinem Leben getanzt hat und einem dabei mindestens 100 Leute zuschauen. Immerhin war es dunkel, da hat man zumindest nicht ganz so das Gefühl beobachtet zu werden :)

Aber wie es einer unserer Freunde am nächsten Morgen bestätigt hat: „everybody eyes was on you!“ (Alle hatten ihre Augen auf uns gerichtet)

Samstagabend war dann auch noch eine Band aus dem Süden da und hat fast die ganze Nacht richtig gute Musik gespielt. Und auch hier hat es uns jede Menge Spaß gemacht zu tanzen :)

Es war wirklich was los und alle gut gelaunt..noch mehr als sonst und auch wir konnten es genießen, weil man nun echt ein bisschen mehr weiß mit was man so zu rechnen hat und es nicht mehr so anstrengend ist über die Mittagszeit ein paar Stunden unterm Mangobaum zu sitzen (die übrigens gerade blühen und schon kleine Früchte tragen!!)

Und wow...die ersten 3 Monate in Ghana sind jetzt schon vorüber!!! Die Zeit rast hier wirklich und wir genießen jeden Tag mit all dem was er bringt. Und ich glaub ich bin hier weniger krank als in Deutschland, was so oder so genial ist...und wenns das ganze Jahr ohne Malaria geht ist es auch kein Problem!

Ich genieße die Zeit hier, es fehlt an nichts und inzwischen träumen wir auch nicht mehr so viel von Deutschland, Österreich und Essen :) Und auch der Gedanke an Pizza, Lebkuchen ist erträglich, denn es ist eben doch nicht lebensnotwendig. Es ist hier nur schwierig in Weihnachtsstimmung zu kommen, bei weiterhin über 30°C.

In diesem Sinne euch allen eine schöne und gesegnete Adventszeit, trinkt eine Tasse Punsch/Glühwein für mich mit und am besten noch ein Stück Lebkuchen oder Spekulatius!

Liebe Grüße aus Ghana,

Elisa

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