Montag, 21. November 2011

Alltag in Nakpanduri..



..ist es für uns inzwischen, sich fürs duschen einen Eimer Wasser zu füllen aus der großen Regentonne bzw das restliche Wasser im „Bad“ aufzubrauchen...und an jedem 2. Samstag auch aus der gleichen Regentonne Wasser zu schöpfen zum Wäsche waschen.

Aber fangen wir mal bei einem ganz normalen Monatgmorgen an wie er morgen wieder beginnen wird.
Inzwischen haben wir so ein bisschen unseren (Schlaf) Rhythmus gefunden und morgens um 6Uhr klingelt der Wecker und nach nem kurzen Abstecher ins Bad (morgens sind Wasser und Luft noch zu kalt für ein ausgedehntes Bad) machen wir uns meistens auf zu einem kleinen Morgenspazierung und ab und an geht’s auch joggen. Damit wir ein bisschen Bewegung haben und die Gewichtszunahme nicht überhand nimmt;). Abgesehen davon ists einfach immer schön rauszukommen weil es ringsrum einfach total schön ist, fast egal in welche Richtung man läuft.... und es den restlichen Tag einfach doch ein bisschen zu heiß ist für Spaziergänge oder ähnliches.

Wenn wir also wieder zurück sind vom Morgenspaziergang heißt es oft noch Brot kaufen, sollten wir am Vorabend keines gekauft haben. Das Weißbrot schmeckt einfach frischer besser.
Einmal in der Woche gehen wir morgens auch noch los um 2 große Packen Trinkwasser zu kaufen (unsere 500ml Trinktüten), das wir dann auf den Gepäckträger von einem der Fahrräder drauf legen und nach Hause schieben. Ich träume immer noch von einem kleinen Fahrradanhänger mit dem man auch eine größere Menge Wasser heimtransportieren kann.....

Nach dem Frühstück geht’s dann auf zur Klinik wo der Arbeitstag um 8Uhr mit einer kurzen Andacht beginnt.
Kinder wiegen, impfen, neue Termine eintragen....Bei den Frauen Blutdruck messen, wiegen und ebenfalls impfen. Nebenbei noch all die Leute begrüßen die vorbeischauen und einen kurzen Schwatz halten.
Diskussionen führen über das angeblich bessere Leben in Europa und Späße machen mit den Kollegen.
So zwischen 13 und 14Uhr, wenn der Andrang abgeflaut ist, machen wir uns auf den Heimweg. Mittags gibt’s dann meist Fried Yams, den man hier im Ort kaufen kann, frisch zubereitet.

Nach dem Mittagessen bleibt ein wenig Zeit zum ausruhen, Zeit für ein bisschen „Moar“ Unterricht und vor allem um uns zu sortieren und zu überlegen was noch ansteht in der Woche und welche Dinge, insbesondere für die Orphans, noch erledigt werden müssen. Gerade für die Waisenkinder gibt’s immer viel zu bedenken und zu überlegen wie wir das am besten machen können.
Auch kommt manchmal noch Besuch vorbei über die Mittagszeit, wir gehen noch auf den Markt oder zur Schneiderin um für uns und/oder die Kinder noch was besorgen und erledigen zu können.
So ist die Zeit schnell rum und es geht um kurz vor 16Uhr zu den „Extraclasses“, dem zusätzlichen Unterricht für die Waisenkinder.
Rein theoretisch geht dieser nur eine Stunde, aber bis alle da sind, die Lehrer da sind und wir dann anfangen können geht oft schon eine halbe Stunde rum und nach der Stunde Unterricht kommen meist noch einige der Kinder, die irgendwas brauchen, zu uns. Nicht immer geht das ohne Diskussionen und Erklärungsversuchen warum wir ihnen keinen neuen Stift geben können wenn er ihnen geklaut wurde oder sie ihn verloren haben. Das Problem ist nämlich das wir sonst jede Woche 60 Stifte zu verteilen haben und das wirklich nicht geht.
So laufen wir dann meist dem Sonnenuntergang entgegen und sind froh wenn es noch nicht ganz dunkel ist bis wir daheim angekommen sind.
Kurz nach 18Uhr ist es bei uns nämlich schon stockdunkel, es gibt Essen (das für uns gekocht wird) und wir sitzen noch etwas im Hof oder quatschen in unserem Zimmer, haben noch Besuch...und ich weiß auch nicht was wir manchmal tun, aber immer geht ein Abend und Tag so schnell rum und dann ist es wieder kurz vor 21h, so wie jetzt und es ist dann auch echt Zeit fürs Bett damit der Schlaf ausreicht in unseren mäßig guten Betten ;)

Momentan haben wir Mittwochs unsere Treffen mit den Frauen, das heißt anstatt zur Klinik zu gehen schnappen wir uns das Motorrad und brausen in das 10km oder 20km entfernte Dorf für ein Meeting mit den Frauen. Wir haben erst vor kurzem damit gestartet und hoffen nun diese Woche zum ersten Mal Seife machen zu können!

Ich werde mich bemühen bald jeden Teil unserer Arbeit hier etwas genauer zu erläutern und noch einen besseren Einblick zu geben.

Am Wochenende freuen wir uns am meisten aufs ausschlafen auch wenn oft genug was dazwischen kommt. Gestern hat es aber mal wieder geklappt und bis 8Uhr zu schlafen und bis um 9Uhr im Bett liegen zu können...herrlich! Auch wenn hier keiner so ganz versteht warum wir ausschlafen.
Anschließend gemütlich frühstücken und dann Wäsche waschen von Hand(meist reichts sogar alle 2 Wochen), Zimmer aufräumen, fegen, Spinnen beseitigen.......Zeit zum lesen, Gitarre spielen, und auch noch ein paar Familien zu besuchen von den Waisenkindern die schon länger nicht mehr von uns gesehen wurden. Manche sind nur krank gewesen und anderen fehlt die Motivation oder sie werden von ihrem Elternteil eingespannt in die Hausarbeit....manchmal bekommt man das nicht so genau heraus.
Sonntags geht es für uns um 9Uhr mit Sunday School los. Hier wird in einer kleineren Gruppe über einen Bibeltext diskutiert und anschließend ist ab 10Uhr Gottesdienst der so bis 12 oder 13Uhr geht. Es wird getanzt und gesungen was das Zeug hält und auch wir machen fleißig mit, so gut es eben schon geht.

So unspannend sich manches anhören mag, die Wochen verfliegen und es vergeht kaum ein Tag mit irgendeinem lustigen oder komischen Ereignis das uns zum lachen bringt.
Unglaublich, wir sind nun schon fast 3 Monate in Ghana! Und in den letzten Wochen hatte ich auch wirklich das Gefühl nun ganz hier angekommen zu sein und mich wirklich mehr und mehr daheim zu fühlen und einfach auch gedanklich ganz da zu sein und nicht mehr so oft an das zu denken was einem grad entgeht im schönen Deutschland.
Es ist nach wie vor einfach gut hier zu sein und ich bin froh diesen Schritt getan zu haben!

Liebe Grüße aus dem Süden.
Elisa

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