Mittwoch, 14. März 2012

Gar nicht so einfach..

.. auch mal einen Tag zum ausruhen zu finden, wo man doch nichts tun kann ohne das es nahezu das halbe Dorf irgendwie mitbekommt.
Wenn man bis um 9Uhr schläft ist eines der ersten Frage: Du hast wirklich bis jetzt geschlafen??
Da fällt es schon ein wenig schwer sich die freie Zeit, die man braucht, auch zu nehmen weil in mir immer das Gefühl entsteht mich rechtfertigen zu müssen warum ich mal ein bisschen ausschlafen will und warum ich mal einen freien Vormittag brauche.
Das wir bisher aber viel in unsrer Mittagspause und an unseren (freien) Abenden gemacht haben bekommt eben kaum einer mit.
Auch den freien Nachmittag den hier so gut wie alle haben ist uns nicht vergönnt. Statt uns auszuruhen gehen wir zum Unterricht für die Waisenkinder, bereiten unsere Treffen mit den Frauen vor, machen uns Gedanken wie wir die Geburtstage mit den Kindern feiern können, wen wir mal wieder anrufen sollten und was so die nächsten Tage ansteht.
Hier arbeitet ein Großteil der Leute eben oft nur bis 14h und das wars dann.
Die Arbeit die wir hier tun hat viel mit Beziehungen zu tun die eben auch gepflegt werden wollen. Ohne gute Beziehungen zu den Einheimischen wird es schwierig in unserer Arbeit voranzukommen denn wir brauchen ihren Rat und ihre Unterstützung denn unser europäisches Denken ist oft nur bedingt hilfreich.
Aber auch solche Beziehungspflege braucht Zeit und Energie.
Und damit die Arbeit vorangehen kann, braucht es mehr als nur das nötigste zu tun. Es braucht weiterdenken, weiterträumen, weiterplanen.

Und all das kann ich nur tun wenn ich auch genug Energie habe für all diese Dinge.
Ich trage die Verantwortung für mein Leben und kann einfach nicht die Schuld auf andere schieben wenn es darum geht ob ich meine Zeit sinnvoll nutze. Und es wird immer und überall Menschen geben die versuchen noch mehr von meiner Kraft und Zeit zu haben als ich geben kann.
Es ist nicht das erste Mal in meinem Leben das ich mit so etwas konfrontiert bin und ich musste auch schon mehr als einmal feststellen das ich ein Mensch bin der genügend Ausgleich, Schlaf und Ruhe braucht. Sehr wahrscheinlich deutlich mehr als der Durchschnitt.
Na und, ich bin ja auch kein Durchschnitt!

Die Herausforderung besteht darin die vermeintliche Erwartungshaltung der anderen abzuschütteln, sich nicht zu sehr mit anderen zu vergleichen bzw wenn dann nicht nur im negativen Sinne.

Das ist eine der Herausforderungen der ich mich gerade stelle. Nicht zu spät Zeit zum Auftanken zu nehmen um die Arbeit hier wirklich mit ganzer Kraft tun zu können.

So sind eben einige meiner Alltagsherausforderungen sehr ähnlich dem was man auch in euren Breitengraden so findet, vielleicht einiges in einem anderen Ausmaß.
Ich hab schon viel gelernt und habe noch viel zu lernen, auch wenns manchmal ganz schön anstrengend sein kann...das lernen vom leben...
Doch Veränderung bringt viel Potential mit sich und letztendlich bleibt es so oder so einem selbst überlassen ob man zulässt davon zu profitieren und zu lernen oder man die Dinge um sich herum nicht an sich heranlässt.

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